CLEMENT CRU SAUVAGE BOLIVIA 68% 60H CHOCOLAT MAISON EXTRA-NOIR

Datenblatt:
chocolats-de-luxe
Kakaogehalt: 68,0%
Preis: 14,20€
Packungsgewicht: 80g
Kohlenhydrate: 41,0g
davon Zucker: 41,0g
Fett: 21,0g
Zutaten: Kakaomasse, Zucker, Kakaobutter, Bourbon Vanille

Es ist ja kein Geheimnis das wir bei Edelbiter immer auch ein besonderes Augenmerk auf die Verpackung von Schokoladen legen. Und wir müssen sagen: Selten waren wir so beeindruckt von einer Verpackung allein. Sie kommt in einer minimalistisch gestalteten Pappschachtel daher, welche schon durch ihre enorme Größe und das ungewöhnlich lange Seitenverhältnis auffällt. In einem andren Kontext würde man ihren Grünton vielleicht als dreckig interpretieren. Die geschmackvolle Präsentation dieser Tafel Schokolade lässt ihn stattdessen edel und warm wirken. In der Mitte dominiert eine filigrane, hochrealistische Prägung einer Feder, vermutlich als Kopfnicken in Richtung der Ureinwohner Boliviens, auf deren Land die Kakaofrüchte für diese Schokolade gewachsen sein könnten. Durch die reduzierte Gestaltung der Verpackung kommt die Feder optimal zur Geltung und präsentiert sich je nach Lichtbedingungen scharf oder beinahe unsichtbar. Ansonsten sind auf der Vorderseite aufgebracht zwei Aufkleber, welche stilvoll einige Wenige Informationen über die Schokolade enthalten: „68% 60h“ Diese Schokolade erwartet, dass der Kunde weiß was diese Daten zu bedeuten haben. Der untere Aufkleber: 50er Jahre Filmromanze, mit Wochenende auf dem Land, und am Ende gibt es Sex, aber den sieht man natürlich nicht.

Auf gewisse Weise ist diese Verpackung das Gegenbeispiel zur Domori Criollo 70% welche wir als letztes getestet haben, und deren Verpackung für sich genommen tolle Elemente so ungelenk miteinander verbindet, dass sich insgesamt gar keine Wirkung entfaltet. Ganz anders die Clement Cru Sauvage: Die Einzelteile harmonieren miteinander in Perfektion, bis hin zu dem befriedigendem „Klick“ mit dem sich die Pappschachtel öffnet und schließt.

Darin verbirgt sich nicht eine Tafel sondern eher zwei einzeln in goldene Folie eingewickelte Schokoriegel zu je 40g. Darauf begrüßt uns ein alter Freund: Die kunstvolle Federprägung von der Vorderseite, nur diesmal doppelt so groß. Die Schokolade bricht mit einem klaren, lauten Geräusch. Die Bruchkanten bleiben dabei vollkommen glatt. Es riecht nach Früchten, welche gerade frisch auf den bolivianischen Dschungelboden gefallen sind und langsam nachreifen: Cranberries, Kirschen, Kaffee, Kakao, Erdmandel. Nimmt man dann ein Stück in den Mund, so begibt man sich auf eine Reise wie einst Alexander von Humboldt. Von herben Waldlichtungen über das säuerliche Unterholz bis hoch zu den reich mit allerlei Früchten behangenen Baumkronen des Bolivianischen Regenwaldes: Mangos, Zitronen, Weintrauben. Mit dabei sind auch deutliche Aromen von Schwarztee und Bergamotte, sowie Vanille, welche auch auf der Zutatenliste vertreten ist. Während der gesamten Reise wird man begleitet von einem sehr sanften Schmelz, die Schokolade löst sich schnell auf, schon ein kleines Stück liefert schnell viel Geschmack, weshalb diese Schokolade mit ihren 68% Kakaoanteil auch schnell recht süß schmeckt, was für uns das Gesamtbild allerdings kaum stört.
Es handelt sich bei dieser Tafel nebenbei um die teuerste Schokolade welche wir je probieren durften, was möglicher Weise auch an der aufwändigen Verpackung liegen könnte.

10 Punkte - unvergleichlich